#14: Was, wenn es gut wird? Vom Mut, sich selbst die Erlaubnis zu geben

Es gibt diesen einen Song von The Script, der mir seit Tagen nicht aus dem Kopf geht: „Hall of Fame“. Kennst du diese Zeile „Dedicate yourself and you gon‘ find yourself“? Jedes Mal, wenn ich das höre, zieht sich in mir alles zusammen – im positivsten Sinne. Weil ich genau an diesem Punkt im Leben stehe.

Lange Zeit habe ich das getan, was die meisten von uns tun: Ich habe funktioniert. Ich habe mitgespielt, mich angepasst und meine eigenen großen Träume in die Schublade gepackt, auf der „Irgendwann“ steht. Ich habe auf eine unsichtbare Erlaubnis gewartet. Auf einen Schiedsrichter, der mir das Zeichen gibt, dass ich jetzt laut sein darf, dass ich jetzt den Raum einnehmen darf.

Aber das ist eine Illusion. Diese Erlaubnis kommt nicht von außen.

Wenn man anfängt, Dinge anders zu machen, klopfen sofort die Zweifel an. Die lieben Mitmenschen fragen: „Musst du wirklich so viel Geld dafür in die Hand nehmen? Was ist, wenn du dir das irgendwann nicht mehr leisten kannst? Was ist, wenn du scheiterst?“

Ich kenne diese „Angst vor der Angst“ nur zu gut. Sie kann einen komplett lähmen. Aber vor Kurzem ist bei mir ein Schalter umgekippt. Mir wurde radikal klar: Wir haben nur dieses eine Leben. Und diese Zeit ist begrenzt – wir wissen nicht mal, wie sehr. Warum also auf ein unbestimmtes „Später“ warten? Nicht in fünf Jahren. Heute.

Ich habe aufgehört, das mentale Katastrophenszenario durchzuspielen. Stattdessen habe ich meine eigene Risikoanalyse aufgemacht, und die ist denkbar einfach:

  • Kann ich es mir aktuell leisten, ohne dass meine Existenz bedroht ist? Ja.
  • Bereue ich es am Ende, wenn ich es nicht versucht habe? Definitiv.

„Ich habe aufgehört, auf Erlaubnis zu warten. Ich habe sie mir selbst gegeben.“

Diese neue Freiheit setze ich gerade in zwei großen Projekten um, die mir unheimlich viel bedeuten.

Das eine ist mein Lego-Hobby. Ich habe aufgehört, es als „kleines Spielzeug am Rande“ zu behandeln. Ich nehme meine Leidenschaft jetzt so ernst, dass ich extra Räume dafür angemietet habe. Hier baue ich meine eigenen Welten, Stein für Stein. Es ist der Ort, an dem ich der Architekt bin und pure Selbstwirksamkeit erlebe.

Das andere Projekt ist genau dieser Blog. Mich zu zeigen, meine Gedanken laut auszusprechen und meine Geschichte zu teilen, erfordert Mut. Aber es fühlt sich verdammt gut an, aus dem Schatten herauszutreten. Hier wird jetzt laut gedacht, was lange Zeit still war.

Früher habe ich mich gefragt: „Was kann alles schiefgehen?“ Heute frage ich mich: „Was ist das Beste, was passieren kann?“

Und plötzlich öffnet sich der Horizont. Wer weiß schon, wohin dieser Weg führt? Vielleicht wird aus dem Lego-Hobby irgendwann ein beruflicher Weg. Vielleicht stelle ich meine Kreationen eines Tages aus. Vielleicht finde ich durch diesen Blog Menschen – oder sogar einen Partner –, die genau diese Begeisterung und diese Werte teilen.

Wenn ich scheitere? Egal. Dann habe ich es probiert und bin um eine wertvolle Erfahrung reicher. Am Ende bereuen wir nämlich nur die Dinge, die wir nicht gewagt haben.

Der Pilotensitz in meinem Leben war lange genug leer. Ich habe jetzt Platz genommen. Und das fühlt sich verdammt gut an.

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